Zu Aufführungen (Auswahl)
Monsieur Satie – Phonométrographe für Orchester
Die eigenwillige musikalische Sprache Saties vom Klavier auf ein Groß-Orchester zu übertragen, ist Korte bestens gelungen. Der Humor und die Spitzfindigkeiten in Saties Miniaturen waren stets nachzuvollziehen. Ineinander verschachtelte Passagen standen neben fulminanten Tutti-Schlägen – Satie hätte seine Freude an dieser Variation seiner Werke gehabt.
Jürgen Feldhoff, Lübecker Nachrichten, 6. Mai 2025
[V]iel mehr als eine Instrumentierung […], eine Art Über-Satie, […] wie jemand Satie hört, wenn er in einem Rauschzustand ist.
Wolfram Quellmalz, Dresdener Neueste Nachrichten, 18. Juli 2022
Music for a Wolf für Marimba
Das Werk von Oliver Korte„Music for a Wolf“ lebte von rhythmischen Gegensätzen, dessen Klangbilder Pascal Klaiber am Marimba behutsam zurücknehmend und crescendo zupackend herausholte.
Heide Friedrichs, Schwarzwälder Bote, 26. März 2025
Mit klaren Referenzen zum Jazz-Groove, verblüffenden Beschleunigungen und einem sphärischen Tremolo-Intermezzo konzipierte Oliver Korte (Deutschland) seine „Music for a Wolf“ (1992) für Marimba solo, die Jonathan Shapiro virtuos und technisch perfekt aufführte. Gerade dieses Werk stärkte die Bereitschaft, vertraute Muster in ungewohnter Klangumgebung als Novum zu entdecken […].
Hans-Dieter Grünefeld, Lübeckische Blätter, 177. Jg, H. 4, 25. Februar 2012
Cookies für Viola E-Gitarre und Elektronik
Einer der […] Höhepunkte des Konzertes war die Uraufführung von Oliver Kortes „Cookies für Viola, E-Gitarre und Elektronik“. […] Lena Eckels (Viola) und Otto Tolonen spielten hochvirtuos die klangliche Bandbreite ihrer Instrumente aus. Ähnlich wie Cookies im Computer blieben kleine melodische Fragmente erhalten, zwischen Viola und E-Gitarre ergab sich ein spannender, elektronisch aufgeladener Dialog, kurzweilig und sprühend vor Ideen.
Jürgen Feldhoff, Lübecker Nachrichten, 10. Mai 2024
Wunderkammer, Kuriositäten und Raritäten für kleines Orchester
[S]echs unterschiedliche Szenerien, die […] ein breites Klangspektrum boten. […] Fantastisch, wie die Kammerphilharmoniker die verschiedenen Exponate mit Leben erfüllten.
Renate Bojanowski, Magdeburger Volksstimme, 5. Oktober 2021
Copernicus, Opera spaziale in fünf Akten
Copernicus […] si basa su due principi fondamentali: lo spazio acustico inteso non solo come metafora implicita dell’astronomia – come spazio cosmico – ma come elemento chiave della drammaturgia sonora, come elemento compositivo strutturante, e la rappresentazione del protagonista dell’opera nel contesto del suo tempo e della cultura occidentale complessivamente intesa, realizzata attraverso un continuo ricorso a citazioni tratte dalle fonti letterarie (e musicali) più disparate. […] La tecnica, letteraria e musicale, usata da Korte nel corso dell’intera opera è il montaggio, usato con maestria e intelligenza per realizzare un dialogo plurisecolare fra l’epoca di Copernico e il suo lascito, la sua eredità.
[Übersetzung: Copernicus […] basiert auf zwei Grundprinzipien: dem akustischen Raum, gemeint nicht nur als implizite Metapher der Astronomie – als kosmischer Raum –, sondern als Schlüsselelement der Klangdramaturgie, als strukturierendes kompositorisches Element, sowie der Darstellung der Hauptfigur der Oper im Kontext ihrer Zeit und der westlichen Kultur im weiteren Sinne, die durch den ständigen Rückgriff auf Zitate aus den unterschiedlichsten literarischen (und musikalischen) Quellen verwirklicht wird. […] Die literarische und musikalische Technik, die Korte im gesamten Werk einsetzt, ist die Montage, die er meisterhaft und intelligent nutzt, um einen jahrhundertübergreifenden Dialog zwischen der Epoche Copernicus’ und seinem Vermächtnis, seinem Erbe, herzustellen.]
Gianfranco Vinay, Armonie cosmiche. La Musica delle Sfere nel xx e xxi secolo, Milano: il Saggiatore 2026, 159f.
Mehrsprachiges, philosophisches Welttheater!
Boris Gruhl, MDR Figaro, 5. Oktober 2015
[Kortes] „opera spaziale“ nimmt den Raum wörtlich: als Himmelsraum, als Gedankenraum, als musikalischen Raum. In der zweistündigen, fünfaktigen Darstellung beeindruckte die konsequente Umsetzung dieses Ansatzes.
Alexander Keuk, Dresdner Neueste Nachrichten, 5. Oktober 2015
rien nul für Sextett
[F]lüchtige Schattenwürfe, die von Versfragmenten aus Becketts Gedichtsammlung „Mirlitonnades“ herrühren, Vexierspiele zwischen zagen Lautgebungen und betroffenem Schweigen.
Lutz Lesle, Die Welt, 14. Februar 2012
Die Elemente, Konzert für zwei Schlagzeuger und Orchester
Bei Magnesium ein Feuerwerk. Ein grandioses Stück als Uraufführung.
[…] Dreißig Minuten, die die ganze klangliche Vielfalt der Schlaginstrumente ausschöpfen.
Michaela Plattenteich, Westdeutsche Zeitung, 15. Mai 2007
Zwei Schlagzeuger in ihrem Element.
Eine mitreißende Uraufführung […]. Korte widmet jedem Satz die gleiche Zeit, entwickelt dabei aber völlig unterschiedliche, charakteristische Klangbilder. In sieben Abschnitten geht es mal motorisch hämmernd zu (Magnesium), mal ruhig und verträumt (Xenon) mal perlend flüssig (Quecksilber). […] Der kräftige Beifall ließ keinen Zweifel offen, dass die Aufführung beim Publikum angekommen war.
Gert Holtmeyer. Rheinische Post, 11. Mai 2007
Epiphanie für Kammerorchester
„Epiphanie“ des Hamburgers Oliver Korte [wurde] durch die ungewöhnliche Aufstellung der Musiker rund um das Publikum zu einem sehr meditativen Klangraumerlebnis.
Gudrun Frohmader, Freie Presse vom 12. Oktober 2007
zögern … schweigen für Klavier
[Ein Werk, das] den Hörer förmlich aufsaugt.
Ralf Döring, Neue Osnabrücker Zeitung, 2. Juni 2007
Frost für Glockenspiel und Klavier
Das Zusammenspiel von Glockenspiel und Klavier in „Frost“ von Oliver Korte [ist] wirklich eine Korrespondenz zwischen Himmel und Erde.
Franz Bach, Percussion Creativ, 1/2004
Kies für vier Klarinetten
Oliver Kortes „Kies“ blieb den Möglichkeiten der vier Klarinetten-Instrumente nichts schuldig; jede Klangnuance darin, jede Skala, Akkordik, Farbe, Rhythmik steht im Dienst eines abwechslungsreichen Ganzen.
Stefan Amzoll, Märkische Oderzeitung, 8. Oktober 2002
Zu Büchern (Auswahl)
Klangrausch und Dystopie. Der Komponist Fausto Romitelli, hg. von Oliver Korte, Hildesheim 2025
Der verdienstvolle Sammelband ist mehr als nur die erste deutschsprachige Sammelpublikation zum Œuvre Fausto Romitellis (und ganz nebenbei eine eindrucksvolle Leistungsschau der Lübecker Musikforschung): Er ermöglicht ein perspektivenreiches Eintauchen in Klang- und Gedankenwelt eines faszinierenden Komponisten, der – gemessen an der Vielseitigkeit seines Schaffens, das in seiner Intermedialität und Grenzüberschreitung zeitgemäß wirkt – im deutschsprachigen Raum viel zu wenig bekannt ist.
Birger Petersen, Die Musikforschung, 79. Jg. 2026, H. 2
Welt – Zeit – Theater, Neun Untersuchungen zum Werk von Bernd Alois Zimmermann, hg. von Oliver Korte, Hildesheim 2018
Der Herausgeber Oliver Korte ordnet [die Beiträge] zwei inhaltlichen Schwerpunkten zu: einerseits beschäftigen sie sich mit dem „theatralen, halb-theatralen und oratorischen Schaffen“, andererseits mit der „musikalischen Analyse“ […]. Allerdings zeichnen sich einige der eindrucksvollsten Texte dieser lesenswerten Publikation – so etwa Kortes instruktiver Beitrag zum „Dona nobis pacem“ aus Zimmermanns Requiem für einen jungen Dichter – gerade dadurch aus, beide Aspekte sinnvoll miteinander zu verschränken. […] Nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen Herangehensweisen und Fragestellungen der sieben Autoren bietet der Sammelband mancherlei neue oder vertiefende Einsichten […].
Ralph Paland, Die Musikforschung, 74. Jg. 2021, H. 3
[E]in von Oliver Korte herausgegebener Band, der den Leser […] mit äußerst fundierten und kenntnisreichen Forschungsbeiträgen aus der Feder von sieben Autoren in den tiefgründigen Kosmos „Zimmermann“ eintauchen lässt. […] [Er] richtet sich an jeden, der nach kompositorischer Intention und dem philosophischen Überbau im Werk von B. A. Zimmermann sucht, vor allem aber an Leser, die dessen Schaffen in seinen komplexen Zusammenhängen zu entdecken suchen.
Yvonne Petitpierre, Neue Zeitschrift für Musik 2018, Nr. 6
Der Großteil der Beiträge des verdienstvollen Buches basiert auf der Berücksichtigung von Skizzen und Entwürfen aus dem Nachlass des Komponisten. […] Kaum überzogen mag die Prophezeiung sein, dass, wer sich mit dem Schaffen von Bernd Alois Zimmermann befasst, an diesem Buch künftig nicht vorbeikommt.
Rüdiger Albrecht, Info-netz-musik, 30. Juli 2018
Mahler-Interpretationen, hg. von Peter Revers und Oliver Korte, Laaber 2011
Das Buch des Jahres.
Bjørn Woll, Fono Forum 12/2011
Die beiden Bände sorgen dafür, dass die beiden „Mahlerjahre“ im Hinblick auf aktuelle Überblicksliteratur mit Handbuchcharakter insgesamt einen beindruckenden Ertrag vorweisen können.
Christian Glanz, ÖMZ, 6/2011
Die Ekklesiastische Aktion von B. A. Zimmermann, Untersuchungen zu einer Poetik des Scheiterns, Sinzig 2003
[E]s [fällt] nicht schwer […], Poetik des Scheiterns nicht allein als wichtigsten Text zur Ekklesiastischen Aktion, sondern auch als eine der gelungensten Untersuchungen zu Zimmermann insgesamt zu bezeichnen.
Benjamin Schweitzer, Musik & Ästhetik, April 2004
[E]ine in Forschungsansatz, Qualität und Ergebnis herausragende Arbeit […], ein Opus summum.
Michael Pitz-Grewenig, Die Tonkunst, 1. Dezember 2004
Zu Vorträgen (Auswahl)
Ligeti und die alte Musik, Johannes Gutenberg Universität Mainz 14.2.2019
Vielschichtige Tiefenbohrung. Ein Ligeti-Wochenende […].
Besonders hervorgehoben sei der Beitrag von Oliver Korte, Professor für Musiktheorie in Lübeck, über „Alte Musik in Ligetis Spätwerk“, der als Ergebnis intensiver Recherche in anschaulichen Noten- und Hörbeispielen konkrete Bezüge zu Werken von Girolamo Frescobaldi, Johannes Ockeghem, Jacob de Senleches und Guillaume Machaut herstellte.
Neue Musikzeitung (nmz) 68, 4/2019

