Vita

Oliver Korte, geboren 1969 in Hamburg, ist seit 2006 Professor für Musiktheorie an der Musikhochschule Lübeck. Zuvor lehrte er an der HfM Hanns Eisler Berlin und HMT Rostock und war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der UdK Berlin. Im WS 17/18 war er Gastprofessor an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Er studierte Komposition, Musiktheorie und Musikwissenschaft in Hamburg (Einfeldt), Wien (Urbanner, Jarrell) und Berlin (de la Motte-Haber). Besondere künstlerische Impule vermittelten ihm private Studien bei Gösta Neuwirth. Er wurde 2002 mit einer Arbeit über Bernd Alois Zimmermann promoviert.

Kortes kompositorische Arbeit kreist um zwei Gravitationszentren: einerseits die Entwicklung individueller Raumkonzepte (so in seiner abendfüllenden „opera spaziale“ Copernicus, uraufgeführt 2015 im Festspielhaus Dresden-Hellerau; Wiederaufnahme 2016) und andererseits eine quasi dokumentarische Arbeit mit originalen Textquellen verschiedener Epochen (so, neben Copernicus, in der 2005 in der Berliner Philharmonie uraufgeführten Kantate Essay). Im gedanklichen Zentrum seiner Kompositionen steht oft die Auseinandersetzung mit der physischen Welt und den Optionen und Grenzen des Menschen darin (z.B. im 2007 in Krefeld uraufgeführten Schlagzeugkonzert Die Elemente).

Forschungsschwerpunkte Oliver Kortes sind Kompositionstechniken um 1500 (insbesondere die Rekonstruktion fragmentarischer Werke), moderne und zeitgenössische Kompostionstechniken sowie die Musik von Ludwig van Beethoven und Gustav Mahler. Zu seinen Publikationen zählen: Mahler-Interpretationen (2 Bände, Laaber 2011, hg. zus. mit Peter Revers) Beethoven-Handbuch, Bd. 1, Orchestermusik und Konzerte (Laaber 2013, hg. zus. mit Albrecht Riethmüller) und Welt – Zeit – Theater. Neun Untersuchungen zum Werk von Bernd Alois Zimmermann (Olms 2018). Korte ist Mitgründer der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH) und Herausgeber der Schriften der Musikhochschule Lübeck.